24.–26. Juni 2026 in Berlin
Demokratie in der (Dauer-)Krise?
Historische Ursprünge und humanistische Grundlagen demokratischer Ordnung
Historische Ursprünge und humanistische Grundlagen demokratischer Ordnung
Demokratie ist kein Erbe, das sich von selbst verwaltet. Sie ist ein Versprechen, das immer wieder neu eingelöst werden muss – und zugleich ein Projekt, das sich ständig infrage gestellt sieht. Angesichts wachsender Politikverdrossenheit, populistischen Gefährdungen der Demokratie und der Erosion zivilkultureller Praxis stellt sich heute drängender denn je die Frage: Was hält Demokratien im Innersten zusammen? Welche Rolle spielen die Ursprünge der Demokratie und wie sind ihre normativen Grundlagen zu bestimmen?
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Die internationale und pluridisziplinäre Tagung bringt führende Stimmen aus Philosophie und politischer Theorie, aus Geschichte und Rechtswissenschaft mit Studierenden und Lehrenden aus unterschiedlichen Disziplinen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Berlin und Umgebung ins Gespräch. Im Zentrum steht die Idee, dass das Nachdenken über die historischen Ursprünge demokratischer Praxis in der attischen Demokratie des 5. Jahrhunderts v. Chr. und die Diskussion ihrer humanistischen Grundlagen nicht nur ein historisches und systematisches Interesse befriedigt, sondern auch neue Perspektiven auf gegenwärtige Herausforderungen eröffnet.
Die dreitägige Veranstaltung findet an verschiedenen Orten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz statt – die Panelvorträge finden in der James-Simon-Galerie statt – und verbindet Vorträge mit performativen Elementen. In den Mittagsinterventionen aus Kunst, kuratorischer Praxis und politischer Bildung wird Demokratie als Raum, Bild, Körper und Konflikt erlebbar gemacht.
Wie veränderte sich die Vorstellung von Menschenwürde und Beteiligung vom antiken Griechenland bis zur Gegenwart? Welche Rolle spielen Eliten – damals wie heute? Welche Rolle spielen individuelle Freiheit und gesellschaftliche Gerechtigkeit in einer zunehmend digitalen, globalisierten Welt? Wie sind die humanistischen Grundlagen der modernen Demokratie zu interpretieren und wie kannn man ihren Gefährdungen entgegentreten? Diese und andere Themen werden auf der Tagung diskutiert.
Historical Origins and Humanistic Foundations of Democratic Order
Democracy is not an inheritance that sustains itself. It is a promise that must be continually renewed—and at the same time a project that constantly finds itself called into question. In the face of growing political disaffection, populist threats to democracy, and the erosion of civic culture, the question is more urgent than ever: What holds democracies together at their core? What role do the origins of democracy play, and how are its normative foundations to be defined?
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This international and interdisciplinary conference brings leading voices from philosophy and political theory, history and legal studies into dialogue with students and scholars from various disciplines, as well as interested citizens from Berlin and the surrounding region. At its center is the idea that reflecting on the historical origins of democratic practice in the Athenian democracy of the 5th century BCE, and discussing its humanistic foundations, not only satisfies historical and systematic interests but also opens up new perspectives on contemporary challenges.
The three-day event will take place at various venues of the Prussian Cultural Heritage Foundation—the panel lectures will be held at the James Simon Gallery—and will combine lectures with performative elements. Through midday interventions from the fields of art, curatorial practice, and civic education, democracy will be made tangible as space, image, body, and conflict.
How did conceptions of human dignity and participation change from ancient Greece to the present? What role did elites play—then and now? What role do individual freedom and social justice play in an increasingly digitalized and globalized world? How are the humanistic foundations of modern democracy to be interpreted, and how can its threats be countered? These and other topics will be discussed at the conference.
„Demokratie kommt nie zu einem Endpunkt. Sie ist jeden Tag neu aufgegeben. Ohne Kenntnisse über ihren Ursprung und ihre Entwicklung werden wir sie nicht verteidigen können.“
Schirmherr: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Andreas Voßkuhle, vormaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.
Preis
kostenfrei
Sprachen
Deutsch und Englisch
öffentlich mit Anmeldung
Museumsinsel in Berlin-Mitte und Humanistische Hochschule in Berlin-Pankow
Eine Veranstaltung der Humanistischen Hochschule Berlin, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg, in Kooperation mit der Universität Athen und der Parmenides Stiftung.
Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Körber Stiftung und Humanismus Stiftung Berlin.
Programm
- 09:00 Uhr
- Museumsinsel Berlin-Mitte
Begrüßung
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Humanistische Hochschule Berlin)
Prof. Dr. Andreas Scholl (Antikensammlung)
Prof. Dr. Spyridon Vlachopoulos (Universität Athen)
Guy Féaux de la Croix, vorm. deutscher Gesandter in Athen
Speaker
Location
Die Tagung findet in der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte, Bodestraße 1–3, statt.
Als Ausnahme findet das Nachmittagsprogramm am Freitag, den 26.06., am Campus der Humanistischen Hochschule in Berlin-Pankow, Grabbeallee 36–40, statt.
Anreise für James-Simon-Galerie mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- S+U Friedrichstraße
- U Museumsinsel
Anreise für Campus Humanistische Hochschule mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Tram- und Bushaltestelle Tschaikowskistraße
- Bushaltestelle Homeyerstraße
- S Schönholz oder S Wollankstraße