Finanzierungsmöglichkeiten
Wie finanziere ich mein Studium
Studieren für alle ermöglichen
Studienfinanzierung: Welche Möglichkeiten gibt es?
Ein Studium ist eine Investition in die Zukunft, bringt aber oft finanzielle Herausforderungen mit sich. Die Humanistische Hochschule Berlin erhebt Studiengebühren, weil sie nur in geringem Umfang und befristet öffentliche Mittel erhält. Sie muss deshalb einen Teil ihrer laufenden Kosten über Studiengebühren finanzieren.
Die gute Nachricht: In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Studienzeit zu finanzieren. Je nach persönlicher Situation kommen staatliche Förderungen, Stipendien, Kredite oder zusätzliche Einnahmequellen infrage.
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Finanzierungsmöglichkeiten für Studierende. Die dargestellten Punkte dienen der Orientierung und bieten einen Überblick über zentrale Aspekte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
BAföG (Staatliche Förderungsmöglichkeit)
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist für viele Studierende die wichtigste Finanzierungsquelle. Es unterstützt Studierende im Bachelor- und Masterstudium, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Eine Förderung ist unter anderem abhängig von:
- der Staatsangehörigkeit oder dem Aufenthaltsstatus,
- dem Alter bei Studienbeginn (in der Regel vor Vollendung des 45. Lebensjahres),
- der Eignung für das gewählte Studium,
- den finanziellen Verhältnissen der antragstellenden Person.
Auch viele EU-Bürger:innen, Menschen mit Daueraufenthaltsrecht sowie anerkannte Geflüchtete können grundsätzlich BAföG beziehen.
Die Förderungshöhe ist von diversen Faktoren abhängig. Seit der BAföG-Reform 2024 können Studierende maximal bis zu 992 Euro monatlich erhalten. Die tatsächliche Höhe hängt jedoch von der individuellen Lebenssituation und den Einkommensverhältnissen ab.
Ja, aber nur teilweise.
BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als grundsätzlich zinsloses Darlehen gewährt. Zurückgezahlt werden muss deshalb nur der Darlehensanteil. Die Rückzahlung beginnt in der Regel fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer. Aktuell beträgt die monatliche Rate 130 Euro, die vierteljährlich fällig wird. Für Personen, die erstmals ab August 2019 BAföG erhalten haben, gilt zudem eine Rückzahlungsobergrenze von derzeit 10.010 Euro beziehungsweise maximal 77 Raten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der tatsächlich zurückzuzahlende Betrag sogar geringer ausfallen.
Gut zu wissen: Wer auch nach dem 4. Fachsemester gefördert werden möchte, muss einen Leistungsnachweis vorlegen.
Stipendien: Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss
Viele Studierende denken bei Stipendien ausschließlich an Spitzenleistungen. Tatsächlich berücksichtigen viele Förderprogramme auch gesellschaftliches Engagement, besondere Lebenswege oder finanzielle Herausforderungen.
Der größte Vorteil: Stipendien müssen nicht zurückgezahlt werden. Allerdings sind Stipendiat:innen nicht BAföG-berechtigt.
- Deutsche Bildung (AG) – Studienförderung: Alternative zum BAföG
- Dr. Arthur Pfungst Stiftung
- Peter Fuld Stiftung
- Roland Berger Stiftung
- Stiftung Studienfonds OWL
- Vodafone Stiftung
Speziell für soziale Studiengänge:
- SBW Berlin Stipendium für Studiengänge im sozialen Bereich
Suchseiten für Stipendien
- Bertha von Suttner Studienwerk: vergibt regelmäßig (seit 2021) 10 Stipendien
Tipp: Prüfen Sie die Auswahlkriterien genau. Viele Stipendien richten sich gezielt an Studierende mit bestimmten fachlichen Leistungen, gesellschaftlichem Engagement oder besonderen persönlichen Umständen.
Studienkredite und Bildungskredite
Wenn BAföG oder ein Stipendium nicht in Frage kommen, können Kredite eine weitere Finanzierungsmöglichkeit sein. Dabei lohnt es sich, die verschiedenen Modelle sorgfältig zu vergleichen.
Der Bildungskredit wird über das Bundesverwaltungsamt beantragt und richtet sich vor allem an Studierende in fortgeschrittenen Studienphasen.
Vorteile:
- Einkommen und Vermögen spielen keine Rolle.
- Monatliche Auszahlungen zwischen 100 und 300 Euro sind möglich.
- Die Förderung kann bis zu 24 Monate lang gezahlt werden.
- Eine einmalige Auszahlung ist ebenfalls möglich.
Der KfW-Studienkredit steht vielen Studierenden offen und bietet monatliche Auszahlungen zwischen 100 und 650 Euro. Die Zinsen sind jedoch variabel und sollten bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden.
Bildungsfonds funktionieren anders als klassische Kredite. Die spätere Rückzahlung hängt häufig vom Einkommen nach dem Studium ab. In bestimmten Fällen kann die Rückzahlung sogar reduziert oder pausiert werden.
Wichtig: Lesen Sie die Vertragsbedingungen immer sorgfältig. Höhe, Laufzeit und Rückzahlungsmodalitäten unterscheiden sich je nach Anbieter erheblich.
Weitere Finanzierungs
möglichkeiten
Nicht jede Unterstützung muss direkt aus einem Förderprogramm kommen. Oft lässt sich die Studienfinanzierung durch mehrere Bausteine kombinieren.
Studierende haben grundsätzlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld. Seit Januar 2026 beträgt dieses 259 Euro pro Monat.
Eltern sind unter bestimmten Voraussetzungen unterhaltspflichtig. Die konkrete Höhe hängt von der individuellen familiären Situation ab.
Viele Studierende finanzieren einen Teil ihres Lebensunterhalts durch einen Nebenjob. Besonders beliebt sind:
- studentische Hilfskraftstellen (SHK)
- Werkstudententätigkeiten
- studentische Aushilfsjobs
Ein Nebenjob kann grundsätzlich auch mit BAföG kombiniert werden. Allerdings sollten die geltenden Einkommensgrenzen beachtet werden, da ein zu hohes Einkommen die Förderung reduzieren kann.
Unser Tipp
Beginnen Sie Ihre Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten immer mit den Optionen, die später nicht zurückgezahlt werden müssen: BAföG, Stipendien, Kindergeld und mögliche Unterhaltsansprüche. Erst wenn diese Möglichkeiten nicht ausreichen, sollten Studienkredite oder Bildungsfonds in Betracht gezogen werden. So lassen sich finanzielle Belastungen nach dem Studium möglichst gering halten.