Foto von Prof. Dr. Nadine Sarfert
Prof. Dr.
Nadine

Sarfert

Professorin für Methoden der Sozialen Arbeit

Profil von Prof. Dr.

Nadine

Sarfert

Lebenslauf

Nadine Sarfert ist seit Oktober 2026 Professorin für Methoden der Sozialen Arbeit an der Humanistischen Hochschule Berlin. Sie stu­dier­te Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin und anschlie­ßend Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2022 wur­de sie an der Universität Basel bei Andrea Maihofer über Klasse und Geschlecht in der sta­tio­nä­ren Jugendhilfe pro­mo­viert.

Vor ihrer Berufung war sie vie­le Jahre in der Praxis tätig, zunächst in der sta­tio­nä­ren Jugendhilfe und zuletzt in der Fachberatung für Betroffene häus­li­cher Gewalt. Zudem lehr­te sie an ver­schie­de­nen Hochschulen, unter ande­rem an der Frankfurt University of Applied Sciences, der Alice Salomon Hochschule Berlin, der Evangelischen Hochschule Berlin und der Universität Basel. 2022 war sie an der ASH Berlin Gastdozentin für Diversität und Soziale Arbeit. Des Weiteren ist sie Gruppenanalytikerin in Ausbildung am Seminar für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ).

Ihre aktu­el­len Arbeitsschwerpunkte sind Theorien und Methoden Sozialer Arbeit, inter­sek­tio­na­le Perspektiven auf Macht- und Herrschaftsverhältnisse, kri­ti­sche Gesellschafts- und Geschlechtertheorien, psy­cho­ana­ly­ti­sche Sozialpsychologie und rekon­struk­ti­ve Sozialforschung.

Akademischer Bildungsgang

  • 2022: Promotion (Dr. phil.) an der Universität Basel bei Prof. Dr. Andrea Maihofer zu „Artikulationen von Klasse und Geschlecht in der stationären Jugendhilfe“ (summa cum laude)
  • 2009-2013: Masterstudium Gender Studies, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2005-2009: Bachelor of Arts Soziale Arbeit, Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Beruflicher Werdegang

  • Seit 2025 Gruppenanalytikerin in Ausbildung, SGAZ Zürich
  • 2023-2026 Fachberaterin beim Frauentreffpunkt Fachberatungs- und Interventionsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt, SkF Berlin
  • 2022 Gastdozentin für Diversität und Soziale Arbeit, ASH Berlin
  • Seit 2014 Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen, u.a. Frankfurt University of Applied Sciences, ASH Berlin, Evangelische Hochschule Berlin, Universität Basel
  • 2010-2015 Sozialarbeiterin in der stationären Jugendhilfe, Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH
  • 2007-2009 freiberufliche Tätigkeiten als assistierende Theaterpädagogin am Theater an der Parkaue und in der politischen Jugendbildungsarbeit

Arbeitsschwerpunkte

  • Intersektionale Analyse von Macht- und Herrschaftsverhältnissen und ihre Anwendung in der Sozialen Arbeit
  • Gender Studies und Soziale Arbeit
  • Rekonstruktive Sozialforschung (Biografieforschung, narrative Interviews, Ethnografie, Gruppendiskussionen, Tiefenhermeneutik)
  • Psychoanalytische Sozialpsychologie
  • Handlungsmethoden der Sozialen Arbeit (insb. psychosoziale Beratung, Gruppenanalyse, Fallverstehen und Einzelfallhilfe)

Soziale Arbeit braucht den Mut und die Lust, sich berühren und verunsichern zu lassen: von den Menschen, mit denen sie arbeitet, und von dem, was sie an sich selbst lieber nicht sehen will. Darin liegt für mich auch eine Freiheit: die eigenen Verstrickungen in Macht und Herrschaft nicht zu leugnen, sondern sie zu erkennen, das Unbehagen daran auszuhalten und Verantwortung zu übernehmen – für eine lebendige, parteiliche Praxis, die Machtverhältnissen etwas Emanzipatorisches entgegensetzt.

Prof. Dr.

Nadine

Sarfert

Veröffentlichungen von Prof. Dr.

Nadine

Sarfert

Publikationen (Auswahl)

Monografie | Sarfert, Nadine (2023): Unerhörte Jugendliche. Artikulationen von Klasse und Geschlecht in der stationären Jugendhilfe. Frankfurt a. M., Campus Verlag.
Herausgeber:innenschaft | Thym, Anika; Luterbach, Matthias; Sarfert, Nadine (Hrsg.) (i. Vb.): Dialektik von Herrschaft und Emanzipation. Bausteine einer kritischen (Gesellschafts-)Theorie des Geschlechts. Textsammlung aus Andrea Maihofers geschlechtertheoretischem Schaffen. Frankfurt a.M., Campus Verlag.
Herausgeber:innenschaft | Hoffarth, Britta; Sarfert, Nadine; Waldmann, Max (Hrsg.) (2026): Männlichkeiten als Lebensweisen in Gegenwart und Geschichte. Frankfurt a. M., Campus Verlag.
Buchbeitrag | Sarfert, Nadine (2026): Latente Dynamiken von Klasse und Geschlecht in der Mädchenwohngruppe. In: Langsdorff, Nikole; Sobeczko, Sarah; Kopahnke, Hanna (Hrsg.): Erziehung, Geschlecht, Gesellschaft. (Dis-)Kontinuitäten und aktuelle Perspektiven zu Mädchen in den Hilfen zur Erziehung. Weinheim/Basel, Beltz Juventa, S. 169–184.
Zeitschriftenartikel | Sarfert, Nadine (2026): Grenzen setzen und den Rahmen halten. Psychoanalytisch orientiertes Fallverstehen in der Jugendhilfe. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik ZfSp: Themenschwerpunkt Psychoanalyse. 23. Jg., H.4/2025, Weinheim, Beltz Juventa, S. 270–291.
Buchbeitrag | Hoffarth, Britta; Sarfert, Nadine; Waldmann, Max (2026): Männlichkeiten als Lebensweisen: Eine Einleitung. In: (dies.): Männlichkeiten als Lebensweisen in Gegenwart und Geschichte. Frankfurt a. M., Campus Verlag, S. 7–15.
Zeitschriftenartikel | Faber, Janina; Kaufholdt, Charlie; Sarfert, Nadine (2025): Tiefenhermeneutisches Verstehen unter Bedingungen der Differenz. Über die Relevanz von Intersektionalität im tiefenhermeneutischen Interpretationsprozess. In: Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung: Intersektionalität in der interpretativen Sozial-forschung: eine methodisch-methodologische Auseinandersetzung, 1/2025, S. 95–114.
Buchbeitrag | Sarfert, Nadine (2023): Neue Freiheiten in der Jugendhilfe. Transformationen von Macht und Herrschaft in den stationären Hilfen. In: Friele, B. et al. (Hrsg.): Soziale Arbeit und gesellschaftliche Transformation. Wiesbaden, Springer VS, S. 323–338.
Zeitschriftenartikel | Sarfert, Nadine (2023): Das Sich-nicht-einlassen (in) der Jugendhilfe. Wie System-sprenger*innen. und Abbrüche durch die Institution (mit)produziert werden. In: GISo Gesellschaft-Individuum-Sozialforschung, Heft Band 4, Nr. 1, 2023.
Buchbeitrag | Castro Varela, María do Mar; Sarfert, Nadine (2020): Befreiung als Beherrschung. Emanzipation und Viktimisierung unter rassistischen Bedingungen. In: Ali- Lingen, U.; Mecheril, P. (Hrsg.): Geschlechterdiskurse in der Migrationsgesellschaft. Zu ›Rückständigkeit‹ und ›Gefährlichkeit‹ der Anderen. Bielefeld, Transcript, S. 17–39.
Buchbeitrag | Greif, Philippe; Sarfert, Nadine (2017): ›schau mal, klasse!‹ Zur Verschränkung von Lookism und Klassismus. In: Schmid, L./ Diamond, D./ Pflaster, P. (Hrsg.): Lookismus. Normierte Körper – Diskriminierende Mechanismen – (Self-)Empowerment. Münster, Unrast Verlag, S. 28–35.