Humanistische Perspektiven auf Beeinträchtigungen der Sprach- und Kommunikationsfähigkeit im pädagogischen Alltag — ein Vortrag von Sandra Niebuhr & Annegret Klassert
Sprache ist weit mehr als ein Instrument der Verständigung. Sie ermöglicht Beziehungen, stiftet Identität und eröffnet Teilhabe. Doch was geschieht, wenn Kinder und Jugendliche sich nicht so mitteilen können, wie sie möchten? Wenn sie überhört, missverstanden oder ausgeschlossen werden? Ausgehend vom neuen Handbuch „Erschwerte Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen im pädagogischen Alltag. Sprachtherapeutischen Interventionsbedarf erkennen und begleiten“ beleuchtet dieser Vortrag die Bedeutung von Sprache und Kommunikation aus einer humanistischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen nicht Defizite, Diagnosen oder die Optimierung junger Menschen, sondern die Frage, wie pädagogische Fachkräfte dazu beitragen können, dass jedes Kind gehört, verstanden und in seiner Würde anerkannt wird.
Wenn Kommunikation erschwert ist
Anhand konkreter Beispiele aus der pädagogischen Praxis wird gezeigt, welche Auswirkungen Sprach‑, Sprech‑, Hör- und Kommunikationsbeeinträchtigungen auf Bildungsprozesse, Beziehungen und gesellschaftliche Teilhabe haben. Zugleich wird diskutiert, welche Verantwortung pädagogische Institutionen tragen, wenn Kommunikation erschwert ist, und wie pädagogische Fachkräfte Schutzräume schaffen können, die Resonanz, Zugehörigkeit und Entwicklung ermöglichen.
Was bedeutet es, verstanden zu werden?
Der Vortrag verbindet fachliche Erkenntnisse aus Sprachtherapie und Pädagogik mit zentralen humanistischen Fragen: Was bedeutet es, verstanden zu werden? Wie entsteht Zugehörigkeit? Und wie können wir Bildungsorte gestalten, an denen Menschen nicht trotz, sondern mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen angenommen werden?
Eine humanistische Perspektive auf Bildung und Begegnung
Eine Einladung zum Nachdenken über Sprache als Grundbedingung menschlicher Begegnung und über eine Pädagogik, die den Menschen in seiner Einzigartigkeit in den Mittelpunkt stellt.
Veranstaltungsdetails
📅 17. Dezember 2026
🕒 18.00 – 19.30 Uhr
📍Humanistische Hochschule Berlin, Grabbeallee 36–40 (Raum: Bertha von Suttner), 13156 Berlin
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Humanismus-Kolloquiums statt, einer Kooperationsveranstaltung der Humanistischen Hochschule Berlin und der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg. Es bietet Lehrenden, Forschenden, Studierenden und allen anderen Interessierten Raum für vertieften akademischen Austausch.

