Mit viel Neugier, Bewegung und guter Stimmung ist das Projekt KINDER MACHEN UNI an der Humanistischen Hochschule Berlin in seine erste Runde gestartet. Beim gemeinsamen Kennenlerntag am 13.02.2026 wurden die beiden teilnehmenden Schulgruppen von Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule herzlich empfangen. In diesem Jahr nehmen Kinder der Jenaplanschule Neukölln und der Schule an der Strauchwiese als Kooperationsschulen teil. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Abteilung Bildung des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg (HVD).
Mit KINDER MACHEN UNI startet die Hochschule ein Pilotprojekt, das Kinder nicht nur an die Universität einlädt, sondern sie aktiv an ihrer Gestaltung beteiligt. Schüler:innen der Klassen 4 bis 6, ihre Lehrkräfte und Studierende des Masterstudiengangs Humanistische Lebenskunde arbeiten dabei gemeinsam an der Idee einer Kinderuniversität. Ausgangspunkt für das Projekt war das künstlerische Forschungsprojekt Parlament der Lebewesen, in dem Kinder zusammen mit Künstlerinnen und Wissenschaftler:innen zu Fragen des Zusammenlebens geforscht haben – und anschließend den Wunsch äußerten, diese Zusammenarbeit fortzusetzen.
Der Kennenlerntag bildete nun den Auftakt dieser neuen intergenerationellen Lerngemeinschaft. Ein Empfangsbereich mit Obst, Garderobe und viel Platz zum Spielen bot den Kindern zunächst Gelegenheit, anzukommen und sich miteinander vertraut zu machen.
Zum Einstieg sorgten spielerische Kennenlernübungen für eine lockere Atmosphäre. Anschließend erkundeten die Kinder gemeinsam mit Studierenden in kleinen Gruppen das Hochschulgebäude. Ausgestattet mit Tablets und verschiedenen Spielaufgaben begaben sie sich auf Entdeckungstour: Sie suchten QR-Codes, schnupperten in die Seminarräume rein, gestalteten einen großen Kinderuni-Schriftzug und spürten versteckte Kinderuni-Aufkleber auf.
Kinderstimmen zum Einstieg in den Tag
„An der Kinderuni gefällt mir, dass die Uni so groß ist und uns die Studierenden uns alles gezeigt haben.“ ~ J.
„An der Kinderuni gefällt mir, dass alle nett zueinander sind.“ ~ O.
Gemeinsam essen, spielen und ins Gespräch kommen
Danach trafen sich alle wieder zu einem gemeinsamen Essen. An festlich gedeckten Tischen bereiteten sich alle Teilnehmer:innen Sommerrollen und Sushi selbst zu. Die Gerichte hatten die Schüler:innen zuvor in der Schule ausgewählt und ausprobiert. Für Gesprächsstoff sorgten außerdem kleine Glückskekse mit Kennenlernfragen, die von den Schüler:innen vorbereitet worden waren und zu weiteren Gesprächen in der großen Runde einluden.
So entstand schnell eine offene Atmosphäre, in der sich Kinder, Studierende und Lehrende besser kennenlernen konnten.
Das sagen die Kinder über den Tag
An der Kinderuni gefällt mir die Freude, das Mitmachen und der Spaß. […] Ich will von der Kinderuni, dass alle Kinder mehr Rechte haben und Spaß. ~ G. aus der „frechen Gruppe“
Ich fand es toll, dass wir so tiefgründige Fragen stellen konnten, wie: Was passiert nach dem Tod? Wie war die Kindheit von Diktatoren?* ~ L. & F.
Die Kinderuniversität nimmt Form an
Ein besonderer Moment des Tages war die symbolische Gründung der Kinderuniversität. Gemeinsam sammelten die Kinder erste Themen und Ideen für zukünftige Aktivitäten und hielten sie auf Zetteln fest, die im Raum ausgehängt wurden. Die Fragen reichten von Natur & Tieren über Gefühle & Gesellschaft bis hin zu Forschung & Zusammenleben – und bilden die Grundlage für die Workshops, die nun vorbereitet werden.
Den Abschluss des Tages bildete eine ausgelassene Feier der Gründung – mit jeder Menge Konfetti.
Weitere Rückblicke der Kinder
Ich mochte das Konfetti am liebsten und dass wir frech waren. Ich mochte es auch, selbst mit Konfetti beworfen zu werden. Berit war frech, Pauri war mittelfrech und Steffen war ultrafrech. Nein, Berit war frecher, doppelt ultrafrech. ~ Y. Aus der „frechen Gruppe“
An der Kinderuni hat mir das Konfetti besonders gefallen, das hat Spaß gemacht und mir hat auch das Essen gut gefallen. Ich fand den Actionbound am Anfang cool, weil sie da so viele Sachen vorbereitet haben, extra für uns. Die Sachen haben Spaß gemacht, besonders der Raum mit den Rollstühlen, wo man den QR Code suchen musste. Wir haben auch noch viel mit Pauri gespielt. ~ J. und Z.
Ich fand das Essen richtig gut. Das Konfetti war cool. Die Drehstühle dort sind auch toll! Wir haben auch Fragen aufgeschrieben. Zum Beispiel: Wie entstehen Regenbögen? Wie wachsen Diktatoren auf?* Ich freue mich auf das nächste Treffen – und mein Burger-Anspitzer auch. 🙂 ~ Anonym
* Verstanden als: Wie werden Menschen zu Diktatoren? Was passierte in deren Kindheit? Anm. d. Red.
Der Blick nach vorn
In den kommenden Wochen werden die Studierenden die beteiligten Schulen besuchen, um mit den Kindern die Inhalte für den nächsten Aktionstag vorzubereiten. Schüler:innen arbeiten dabei mit angehenden Lehrkräften gleichberechtigt zusammen. Zusammen entwickeln sie Formate für die Kinderuniversität und bereiten ein Barcamp vor, das am 30. Mai in den Räumen der Hochschule stattfinden wird. Dieses offene Format erlaubt es allen Teilnehmenden, Themen und Ablauf selbst mitzugestalten.
Die Kinderuniversität wird weiter mit Leben gefüllt – mit neuen Fragen, gemeinsamen Aktivitäten und viel Raum zum Lernen, Staunen und Ausprobieren.
Bei Fragen zum Projekt KINDER MACHEN UNI wenden Sie sich gerne an:
Prof. Dr. Steffen Kohl: s.kohl@humanistische-hochschule-berlin.de
